Freitag, 2. September 2005

Bauernopfer?

SR DRS liess heute wissen:

Virus – der Jugendsender von SR DRS – wird auf Januar 2006 als stark interaktives Radioprogramm für die Zielgruppe der 12- bis 24-Jährigen neu positioniert. Mit einem Personalabbau um gut sechs auf neu zehn Vollzeitstellen und Einsparungen von rund 900'000 Franken jährlich wird Virus schlanker und effizienter. (...) Trotz gut beurteilter (sic!) Programmqualität konnte Virus bisher im Kabel bloss ein kleines Publikum von rund 30'000 Hörerinnen und Hörern erreichen. Um in der Zielgruppe der 12- bis 24-Jährigen trotz fehlender UKW-Distribution den nötigen Stellenwert erreichen zu können, wird Virus musikalisch und publizistisch auf den 1. Januar 2006 neu positioniert. Virus bietet ab 2006 ein 24-Stunden-Musikprogramm, welches in den Hauptsendezeiten am Morgen (06.00–09.00 Uhr) und in den Abendstunden (17.00–22.00 Uhr) moderiert ist. (...) Das Internet wird aktiv als ergänzende Informations- und Service-Leistung genutzt. So etwa mit neuen musikbezogenen, publikumsfreundlichen Applikationen wie zum Beispiel einer Playlist mit Vorhör- und Ratingfunktionen, Downloads und Fotos. (...) Begünstigt durch die gemeinsame Organisations- und Führungsstruktur werden DRS 3 und Virus künftig eng vernetzt – Virus wird damit zum Komplementärprogramm von DRS 3. Das neue Virus-Musikangebot hat den Schwerpunkt R'n'B. Dazu kommen sämtliche für ein jugendliches Zielpublikum relevanten Stilrichtungen wie zum Beispiel Reggae, Hip-Hop und Rock. Das neue Angebot bringt einen markanten Anteil an Schweizer Musik und Neuheiten. Die heute in Basel arbeitende dreiköpfige «Sounds!»-Redaktion produziert die Sendung ab 2006 wieder bei DRS 3 in Zürich. «Sounds!» wird künftig ausschliesslich auf DRS 3 ausgestrahlt werden. Die Neupositionierung von Virus zieht einen Abbau um 6,2 auf 10,0 Vollzeitstellen mit sich und führt zu Einsparungen von rund 900'000 Franken jährlich. (...)

Virus ist / war - neben den drei reinen (Kabel / DAB-) Musikkanälen SwissJazz / SwissPop / SwissClassic - das einzig neue Radioprogramm aus dem Hause DRS in Jahren, das u.a. als DAB-Zugpferd gedacht war, irgendwann mal vor langer Zeit, wenn ich's recht verstanden hab.

Donnerstag, 1. September 2005

Es braut sich was zusammen!

NZZ heute im Bericht über den RadioDay von gestern:

Die kürzlich angelaufene Offensive des nationalen Medienunternehmens hat die Etablierung von Digital Audio Broadcasting (DAB) zum Ziel. Das finanziell privilegierte Radio DRS versteht sich dabei als «Lokomotive» (so der stellvertretende Radiodirektor Arthur Godel) bei einer Terrainerschliessung, an der auch die Mitbewerber partizipieren sollen. Indiz dafür bildet etwa die kürzlich erfolgte Bildung eines Konsortiums, in dem neben Radio DRS die Tamedia, Betreiberin des privaten Marktführers Radio 24, sowie die Werbeakquisitionsfirma Radiotele vertreten sind. Gegen die Privilegierung von DAB regt sich jedoch Widerstand. So äusserte Günter Heuberger, Präsident des Verbandes Schweizer Privatradios (VSP), unter anderem die Befürchtung, dass DAB, das die Programme viel grossräumiger verbreitet als UKW und somit für sprachregionale Akteure mehr Anreiz bietet als für lokale Veranstalter, die heutige Privatradiolandschaft recht eigentlich umpflügen dürfte. In der Tat könnte etwa ein landesweit verbreitetes Radio 24 - gemäss Godel ein Anstoss zum Engagement von Tamedia im DAB-Konsortium - von einem nicht unbeträchtlichen Wettbewerbsvorteil profitieren. Kommt hinzu, dass die für DAB erforderlichen Investitionen in die Infrastruktur und die Kosten des Simulcasting (die vom Konsumentenverhalten geforderte parallele Programmverbreitung via DAB und UKW) wohl schnell einmal den wirtschaftlichen Rahmen von mittelgrossen und kleinen Stationen sprengen würden. Denn ob das Parlament sich schliesslich zu einer Technologieförderung durchringen kann, erscheint in diesen Zeiten keineswegs als sicher. Skepsis bei den Privaten wecken aber auch die von DAB eröffneten Möglichkeiten. Für Jürg Bachmann, Chef des Zürcher Radio Energy, bringt die im interaktiven Bereich nicht verwendbare Technologie kein Mehrnutzen für den Hörer.

Damit sind die Frontverläufe und absehbaren Interssenkonflikte ziemlich klar benannt. Oder?

Sag ich doch schon lange...

Berner Zeitung heute:

Gerade bei Jugendlichen verlagert sich der Medienkonsum zunehmend ins Internet. «Man kann im Internet gezielt das hören, was man will und wann man es will», so bringt es Stephanie Weiss vom SRG-Forschungsdienst auf den Punkt. Dies komme dem heutigen Bedürfnis nach Individualität entgegen. Dabei spielten bei Jugendlichen vermehrt alternative Audio-Angebote eine grosse Rolle. Laut Weiss besassen in der Deutschschweiz 2004 schon 14 Prozent der Bevölkerung einen mobilen Player für digitale Musik, doppelt so viele wie zwei Jahre zuvor. Das Handy als All-In-One-Gerät mit MP3-Player, Kamera, eigenem Logo und Klingelton wird den reinen Playern möglicherweise den Rang ablaufen. Technisch sei dies noch ein grosser Schritt, erklärt Daniel Gerber von Swisscom-Mobile. Demnächst kämen jedoch Handys mit einem Vier-Gigabyte-Speicher auf den Markt. Das sei jedoch noch weit von der Speicherkapazität eines iPod entfernt. Auch bei den Akkus ist die Handy-Industrie noch nicht soweit. Sie müssen rasch nachgeladen werden.

Who wants this MTV?

Catherine Mühlemann, Geschäftsführerin von MTV Central Europe, heute in der Weltwoche:

In den USA läuft bereits ein MTV-Projekt, das Fernsehen maximal individualisiert. Auf einem Online-Portal können die Zuschauer ihre musikalischen Vorlieben eingeben und erhalten dann auf einem digitalen Kanal, was sie wollen. Inklusive der Werbespots, die zum Kunden passen. So gesehen wird "I want my MTV", der ursprünglihce MTV-Claim, zwanzig Jahre nach dem Start erfüllt: Jeder stellt sich seinen Musiksender zusammen.

Dienstag, 30. August 2005

Das Publikum - das unbekannte Wesen

Vergleichende Untersuchung zu Qualitätsmerkmalen und Qualitätsbewertungen von Radioprogrammen in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Hessen - Im Auftrag der Landesmedienanstalten aus Hessen, Sachsen-Anhalt und Thüringen erstellten Prof. Gerhard Vowe und Dr. Jens Wolling von der Technischen Universität Ilmenau die Studie "Radioqualität - Was die Hörer wollen und was die Sender bieten".

Ziemlich viel heisse Luft, aber vielleicht doch da und dort eine Anregung? Ach ja, warum ich überhaupt drauf gestossen bin: Coautor Jens Wolling hält morgen am RadioDay einen Vortrag über (surprise, surprise!) "Radioqualität - Was die Hörer wollen und was die Sender bieten".

Mittwoch, 24. August 2005

autobild.de podcastet

Darauf hat die Welt gewartet: der autobild-podcast.

Dienstag, 23. August 2005

DAB-Umfrage des Bakom gestartet

Das Bakom hat seine "öffentliche Bedürnisabklärung" in Sachen DAB gestartet:

In den kommenden Jahren soll das digitale Radioangebot (T-DAB) in der Schweiz erweitert werden. Davon würden zunächst grössere Agglomerationen der Deutschschweiz profitieren. Bevor der Bundesrat über die allfällige Ausschreibung digitaler Frequenzen entscheidet, klärt das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) die Bedürfnisse der interessierten Kreise ab. (...) Ein neuer internationaler digitaler Frequenzplan, der 2006 verabschiedet werden sollte, dürfte der Schweiz neue Digitalfrequenzen bescheren. Damit liessen sich Lücken im bestehenden Radioangebot schliessen. (...) Priorität sollen private Veranstalter geniessen, die eine sprachregionale Verbreitung anstreben.

Vor allem der letzten Satz wird die Scagliones dieser Welt freuen. Und die SRG-Radiokanäle lassen sich besser ganz rasch was einfallen...

UPDATE 29.8.: Hier gibt's den Fragebogen des BAKOM zum Download. Ausfüllen und mitmachen - Jetzt!

Worum geht's?

Notizen zur Zukunft des Radios primär in der Schweiz, unter Einbezug internationaler u.a. technischer und regulatorischer Entwicklungen.

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