Freitag, 16. September 2005

Radiokonzept "No Senior"

Senioren gibt es nicht. Darum "No Senior". Zwischen 55 und 80 sind die Menschen zwar relativ "älter", was senior übersetzt heisst, fühlen sich aber meist und lange sehr vital. Also: Ein Radio "No Senior". Entwickelt mit und inhaltlich wie musikalisch gestaltet von Menschen aus diesem Alterssegment. Kein top-down bei der Konzeption, sondern grassroots mit NoSenioren. Als ob's ein "Alternativsender" wär! Ist es aber nicht, ist lediglich die Herangehensweise in der Aufbauphase. Radio muss "social software" sein - oder es wird nicht sein. Und dann wär da noch dieser lange Blogeintrag bei einer PR-Agentur über Nosenioren und Internet.

Konzept "Metaradio"

Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Aber sowas wär trotzdem interessant auszuprobieren: Das Grundgerüst von France Info, inhaltlich aber zugeschnitten auf gewisse Bereiche der Lebenswelt von 18- bis 30-jährigen. Also eine Mischung aus Mode, Bildung, Lifestyle, Wirtschaft, Sport, Multimedia, Netlife, Games, Sound, Film, TV usw. Dieses Alterssegment braucht nicht einen Musikkanal mehr, will nicht "more of the same". Diese Menschen holen sich ihre Musik von überall, nur nicht aus dem, was traditionellerweise Radio heisst. Kein "Musiksender" kann ernsthaft meinen, er habe eine Chance gegen das Net. Also muss das Radio zum "Meta-Medium" werden, zur Quelle für Verweise auf andere interessante Quellen. Und diese Quelle von Metainformation muss funktionieren wie ein Schnellladegerät für Batterien, wo ich also dann vorbeigeh, wenn ich ein Reload, ein Update brauche. Innert beliebiger, dichter 10 bis 20 Minuten bekomm ich sicher etwas mit, für das es sich gelohnt hat, diesen Kanal einzuschalten. Dafür bin ich dankbar, geh wieder meiner Wege und komm aber garantiert zurück, denn ich werde hier nicht abgespiesen mit weissem Rauschen in Form von Musik, die mir nicht gefällt oder Information, die mir keine praktischen Anstösse gibt. So etwa.

Donnerstag, 15. September 2005

Prognos: Radiokrise? Noch nicht! Noch!

Hätten Sie's gern schwarz auf weiss? Kostet aber 2'480,-- Euro!

(Prognos) Kaum ist die Werbekrise überstanden, steht das analoge UKW-Radio vor neuen Herausforderungen. Mobile Musikabspielgeräte verzeichnen einen weiter wachsenden Absatz, Internetradios und Podcasting sind vor allem in jüngeren Altersgruppen populär, in Österreich sind erste UMTS-Radios gestartet. Noch laufen dem Radio weder die Hörer noch die Werbekunden davon, weil es nicht digital sendet. Aber die Spätfolgen der verschleppten digitalen Migration sind gravierend. Überspitzt formuliert: Wenn das Radio zuletzt digital sendet, interessiert das in der Werbezielgruppe keinen mehr.
Das Radio ist nicht in der Krise. Noch nicht. Das erste Quartal 2005 war mit einem Bruttoplus von 25 Prozent das beste erste Quartal in der Geschichte der deutschen Radiowerbung. Auch in Österreich und in der Schweiz haben sich die Radiowerbemärkte erholt. Doch kaum hat die Radiobranche im deutsch-sprachigen Raum die Werbekrise verkraftet, da zeichnen sich schon die nächsten Herausforderungen ab.
An mehreren Stellen gleichzeitig sind angestammte Radiomärkte einer Erosion ausgesetzt. Die Werbezielgruppe der 14-/15- bis 49-Jährigen wird immer kleiner. Die Nutzungsintensität der unter 29-Jährigen nimmt ab, ihre Aufmerksamkeit gehört mobilen Plattformen und Playern, Internetradios und Podcasting - und nicht mehr dem wenig dynamischen Radiobereich. Das alles wird das herkömmliche Radiohören nicht vollkommen ersetzen. Aber für die Mediensozialisation junger Altersgruppen verliert das Radio weiter an Bedeutung. (...)
Die Autoren sehen wenig Chancen, diese Situation kurzfristig zu ändern. Beim Digital Radio (DAB) herrscht bis zur Wellenkonferenz 2006 in Stockholm Stillstand. Erst danach ist mit neuen programmlichen und inhaltlichen Konzepten zu rechnen. Mehr Schwung könnte der Plan von RTL Radio in den deutschen Radiomarkt bringen. Von Luxemburg aus soll über Digital Radio Mondiale (DRM) ein bundesweit empfangbares Programm ausgestrahlt werden. Bis allerdings die Hörer die entsprechenden Empfangsgeräte haben, wird noch viel Zeit vergehen. Ein Vorstoß mit Signalwirkung auf andere Marktakteure ist dies aber allemal. Schon deshalb, weil sich damit ein Teil des deutschen Radioangebots in Zukunft der direkten Aufsicht der deutschen Medienpolitik entziehen könnte.
Fragwürdige Rezepte der Branche
Viele Stationen haben jedoch akutere Probleme: Weil die Einnahmen nicht ausreichen, sehen sie sich zu Kostensenkungsmaßnahmen gezwungen, mit negativen Auswirkungen auf das Programm. Je mehr aber eine Radiostation in Richtung Musikabspielstation mutiert und durch Voicetracking oder Automation ihre Identität aufs Spiel setzt, umso weniger Chancen hat sie letztendlich, als Einzelsender den Abwärtstrend umzukehren. Zukunftsfähige Strategien sind so nicht umzusetzen. Deshalb wird der Radiobereich in den nächsten fünf Jahren durch einen Konzentrationsprozess gekennzeichnet sein, der überwiegend wirtschaftlich bedingt ist.

Mittwoch, 14. September 2005

Radio32 goes podcast

Die Mittellandzeitung meldet heute:
Ab heute Mittwoch stellt Radio 32 ausgewählte Programminhalte aus den Bereichen News, Unterhaltung und Service als Podcasts zur Verfügung: Bereits unmittelbar nach der Ausstrahlung der Sendungen stehen diese auf der Website www.radio32.ch zum Download auf den iPod oder MP3-Player bereit. «Wir wollen mit diesem Angebot dem steigenden Bedürfnis der zeitunabhängigen Mediennutzung Rechnung tragen und sehen Podcasting als logische Ergänzung zu elektronischen Zusatzangeboten wie Webstreams, Radio on demand und mobile content», führt Geschäftsleiter Peter Scheurer aus. Der Mittellandsender Radio 32 ist der erste Schweizer Sender mit einem laufend aktualisierten Podcast-Service dieses Umfangs.

Mittwoch, 7. September 2005

Wollmilchradio (Eier legen kommt noch!)

lgv9000
Das V9000
von LG: auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin vorgestelltes DMB-Handy: GSM/GPRS/UMTS, DMB-(Fernseh)-Empfang und DAB-Radio im VHF-Band, 320X256 Display mit 256'000 Farben, 1,3-Megapixel-Kamera, MP3-Player.

Montag, 5. September 2005

last.fm!

Hinweis von Hannes: last.fm. Damit ist defintiv das letzte Wort (last) gesprochen über UKW (.fm). Vor dem Hintergrund von last.fm wirkt Radio à l'ancienne schon fast peinlich, mindestens aber extrem antiquiert und schrecklich 20. Jahrhundert! Eine einigermassen verständliche Beschreibung beim PCTipp. Sieht ganz nett aus bei denen in London. Direktor ist Michael Breidenbrücker. Wer mal die Hemmung überwunden hat, via Playerplugin ständig aller Welt mitzuteilen, was grad im eigenen MP3-player läuft, findet bei last.fm eine sehr anregende Community. Armin Medosch schrieb darüber als wohl erster in den Schweizer Medien und zwar bereits am 2. Januar im SonntagsBlick:

Die Idee wurde geboren, als sich eine Gruppe junger Musiker und Programmierer aus Österreich und Deutschland in London zusammenfand. Einige von ihnen studierten gerade am Ravensbourne College den Umgang mit digitalen Medien. Die Gruppe rief eine Web-Plattform namens Insine.net ins Leben, auf der Musiker ihre Produktionen für andere Musikbegeisterte veröffentlichten. Dieser «gemeinsame Plattenschrank» führte gleich zu mehreren Erkenntnissen: Erstens fiel den Insine-Gründern auf, dass es bei den Sammlungen der Mitglieder Überschneidungen gab. Dafür hatten ein gemeinsamer Bekanntenkreis und eine ähnliche Geschmacksbildung gesorgt. Zweitens wurde den Pionieren klar, dass sich das ganze Internet als Plattenschrank betrachten lässt - als grösste Musiksammlung der Welt. (...) "Das Schreiben von Musiksoftware für das Internet ist der neue Rock 'n' Roll", erklärt Insine-Mitbegründer Felix Miller. (...) Die raffinierten Funktionen des Systems kommen dabei nicht zuletzt den Musik-Labels zugute. Last.fm benutzt zwar ein Prinzip, das dem File-Sharing mit Peer-to-Peer-Software ähnlich ist, wie es auch beim illegalen Austausch von MP3-Musikdateien üblich ist. Doch werden hier keine Musikstücke von Nutzer zu Nutzer übertragen - das Angebot kommt aus der Zentrale. Die Musikfirmen spielen ihr jeweils aktuelles Angebot bei Last.fm ein; im Gegenzug erhalten sie sogenannte «Profiling-Informationen», Hinweise auf die Geschmacksprofile der Nutzer. Damit bekommen sie einen Überblick von unschätzbarem Wert: wie ihre Musik von den Last.fm- Hörern aufgenommen wird. Die Auswertungen zeigen etwas, das bisher auch mit den feinsten Instrumenten der Marktforschung nicht zu erkennen war: wie sich Musik in sozialen Netzwerken fortpflanzt. (...)

Wenn ich eine Radiowebsite neu lancieren müsste, wüsste ich, in welcher Gegend von London ich mal aufkreuzen und ein Bier trinken gehen würde mit den Jungs von last.fm...
[Kommentare zu last.fm auf infamy.]

BBC entwickelt phonetagging usw.

Mittels SMS bei einem im Radio laufenden Song eine Bookmark setzen und danach die "Bookmarks" ergänzen um "tags", ratings usw. Aus den Tags und Ratings entsteht eine so genannte "Folksonomy", die "bottom up" Version einer "Taxonomie". Und daraus lässt sich dann so einiges bauen an Community usw. Ein Projekt, das noch nicht lange (seit dem 29.8.05) online, aber entfernt verwandt, ist "Pandora". Da haben in langer Vorarbeit Musiker usw. tausenden von Songs "tags" zugeordnet. Wenn ich nun da meinen Lieblingssong eingebe, macht mir Pandora daraus eine ganze "Radiostation" mit tagmässig verwandten Songs (PandoraBlog).

eierlegendes Wollmilchradio revisited


So sieht es aus
und wird offenbar dieser Tage an der IFA in Berlin vorgestellt... Hier hatten wir's schon mal von dem Teil, das da drinsteckt.

Worum geht's?

Notizen zur Zukunft des Radios primär in der Schweiz, unter Einbezug internationaler u.a. technischer und regulatorischer Entwicklungen.

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